AUF ENTDECKUNGSTOUR

Immer auf der Suche, begeistert forschend, hinterfragend, staunend und würdigend. Bis diese Eindrücke aus sich selbst heraus etwas erschaffen. Mit Feingefühl, methodischer Raffinesse und schrecklichem Perfektionismus, der dann zum Glück doch irgendwann zur Ruhe kommt. Das ist das Wesentliche meiner Arbeit.

Zum Kunststudium hatte ich damals nicht den Mut. Stattdessen wurden es die Geografie, die Archäologie und die Geologie mit denen ich mein Diplom gemacht habe. Was ich im Studium gelernt habe, erfüllt mich bis heute mit Freude am Wissen und Verstehen an Mensch und Natur. Dass ich trotz eines sehr guten Abschlusses etwas ganz anderes begonnen habe, liegt daran, dass mein größtes Bedürfnis schon immer war und ist, kreativ zu sein.

Was ich dazu gebraucht habe, habe ich autodidaktisch erlernt. Neugier ist einfach der beste Motor zum Lernen. Über 10 Jahre habe ich dann in der Werbung als Grafikerin, Webdesignerin und Fotografin gearbeitet. Aber das freie Arbeiten – mit echten Materialien – hat mich zu sehr gelockt um es dabei zu belassen. Es waren textile Produkte, Produkte aus Holz, Experimente mit LED Leuchten, ein sehr kleiner Verlag... die ich begonnen habe. Und am Ende war es doch zu viel um alles in einem Leben zu schaffen.

Also habe ich 2017 meine Arbeit – zum größten Teil – auf das Material reduziert, das mich am meisten fasziniert: das Porzellan. Angesteckt von Gudrun Wojnar, die mir eine fantastische Mentorin war, habe ich dieses unglaublich feine und lebendige Material mit all seinen Eigenheiten kennen und lieben gelernt. Zuerst habe ich daraus Gebrauchskeramik gefertigt. Heute bin ich der zweckfreien Kunst verfallen und fühle mich endlich angekommen in dem was ich tue. Und für die Entwicklung einer Leuchte, die mir schon lange im Kopf herum geisterte, war dann doch wieder die Zeit ...

Kein Umweg war umsonst. An jeder Abzweigung konnte ich etwas lernen. Dankbar für jede Erfahrung die ich gemacht habe.

Doris Bordon